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Internationale Finanzmärkte und der gestörte Wirtschaftskreislauf
Aktueller kann Unterricht kaum sein. Schließlich ging es diese Woche im Neigungsfach Wirtschaft in der Kursstufe am Gymnasium Ebingen um den gestörten Wirtschaftskreislauf aufgrund der Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten.
Denn eine gesunde Wirtschaft braucht einen gesunden Kapitalmarkt: einmal zur Allokation des Geldes (dass es dorthin gelangt, wo es benötigt wird), einmal zur Diversifikation (dass es zur Risikostreuung in unterschiedliche Produkte investiert wird).
Mario Schimanke, der Leiter des Finanz- und Investment-Centers der Deutschen Bank in Albstadt, und seine Kollegen Melanie Mattes sowie Markus Lebherz vermochten es vergangenen Montag und Dienstag, innerhalb von vier Stunden den Schülerinnen und Schülern diese komplizierte Materie so weit nahe zu bringen, dass ihnen der Zusammenhang zwischen Güterwirtschaft und Finanzwirtschaft aufleuchtete.
Die Parallele zum weit zurückliegenden so genannten „Schwarzen Freitag“, dem 24.10.1929 (der Börsencrash in den USA fand eigentlich schon am Donnerstag statt, erreichte aber Deutschland erst am Folgetag) erhellte, dass auf die über 60 Jahre späteren, dafür um so gehäufteren Crash-Erfahrungen ganz andere Rezepte gefunden werden müssten, auch wenn die Auswirkungen recht ähnlich wären.
Die Spekulationsblase am so genannten Neuen Markt 1997 machte die Euphorie deutlich, mit der plötzlich in Aktien investiert wurde, die Immobilienblase vor 2007 zeigte Ähnliches auf diesem Sektor. So fand eben keine Diversifikation mehr statt und der Absturz erfolgte jäh. Einher ging ein explosiver Vertrauensverlust nicht nur der Verbraucher in die Banken, sondern auch der Banken untereinander.
Die fatalen Auswirkungen der Pleite einer US-Bank schreckt nun heute die Politiker, und so überlegen die Entscheider heute genauer: nicht nur, wie der nächste Schritt aussehen sollte, sondern gleich, welcher übernächste Schritt nötig werden könnte.
Die allgemeinen Prinzipien zur Lösung der Krise sind mittlerweile allen klar: stärkere Kontrolle der Banken durch den Staat, der Markt sollte sich so weit wie möglich selbst regulieren, es muss internationale Richtlinien geben bezüglich der Finanzgeschäfte und das Personal muss verantwortungsvoll agieren. Allein die konkrete Umsetzung dieser Vorsätze bleibt spannend!


